Koenigin

Die Koenigin ist die einzige geschlechtsfaehige Biene des gesamten Bienenvolkes. Eine Koenigin schluepft bereits 16 Tage nach der Eiablage und hat eine Lebensdauer von bis zu 5 Jahren.
Sie wird von ihrem Hofstaat von Arbeitsbienen umgeben, gepflegt, gefuettert und beschuetzt.
Die Koenigin gibt ihren Duft (Pheromone) an die Bienen weiter und beherrscht dadurch ihr gesamtes Volk. Mit ihrer Eiablage sichert sie den Fortbestand des Volkes und ihrer Gene.
Taeglich legt sie bis zu 1500 Eier. Aus diesen entwickeln sich in 21 Tagen ueber Larven-und Puppenstadium die fertigen Bienen. Die Arbeitsbienen sind demzufolge untereinander Schwestern. Eine Koenigin verlaesst nie den Bienenkasten, ausser sie wird gezwungen durch eine neu herangewachsene Koenigin.
In diesem Fall schwaermt die alte Koenigin mit einem Teil der Bienen. Sie ueberlaesst das verbleibende Volk der neuen Koenigin.

Koeniginnenzucht

Basis Kriterien

Jeder Imker muss sich bewusst sein, dass er mit der Koeniginnenzucht nur bedingt die Verhaltensweise eines Volkes beeinflussen kann. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die natuerliche Begattung von jungen Koeniginnen unkontrollierbar, teils durch mehrere Drohnen, in der Luft begattet werden.
Auch bei den Drohnenvoelkern auf Belegstationen ist nicht gewaehrleistet, dass deren Kriterien sich mit den angestrebten Kriterien des jeweiligen Imkers decken.
Die Mutter aller Bienen eines Volkes, die Koenigin, bestimmt in einem Bienenvolk durch Abgabe ihrer Pheromone sowie ihrer Aktivitaet bezueglich Eiablage das Verhalten des gesamten Volkes. Umso wichtiger ist es daher, dass der Imker den weiblichen Gen-Teil der Zuechtung, nach genau festgelegten Kriterien durchfuehrt.
Der Imker selektiert unter seinen Voelkern diejenigen heraus, die nachfolgende Kriterien am besten erfuellen:
-Sauberkeit im Bienenkasten, Putztrieb
– Sanftmut, Wabensitz
– geschlossenes Brutnest
– Brutmenge
– Schwarmtrieb
– Honigertrag
Wie nun der Imker den Schwerpunkt der einzelnen Kriterien festlegt wird dem Einzelnen ueberlassen und sorgt daher unter Imkern auch zu regem Gespraechsstoff.
Sauberkeit und Putztrieb eines Volkes sind, durch die heutigen Umweltbedingungen, Krankheiten sowie eingeschleppter Parasiten zur absoluten Bedingung geworden. Ebenfalls wichtig ist der Eintrag von viel Propolis damit das verschliessen saemtlicher Ritzen im Kasten erfolgen kann, denn dadurch schuetzen sich die Bienen gegen Bakterien, Krankheiten und Eindringlingen.
Sanftmut und Wabensitz sind insofern von Bedeutung, dass jeder Imker lieber mit ruhigen Bienen arbeitet.
Ein nicht geschlossenes Brutnest deutet meist auf eine aeltere Koenigin hin.
Die Brutmenge ist ebenfalls von Bedeutung. Eine zu hohe Brutmenge foerdert den Schwarmtrieb, und wenn ein Schwarm ausgeflogen ist, resultiert eine geringere Honigernte.
Nach der komplexen Auswahl eines zur Zuechtung wuerdigen Volkes wird nun nach verschiedenen Moeglichkeiten, durch Ableger-Bildung, Umlarvung der gelegten Eier oder ausschneiden der Waben mit Jung-Brutstreifen, die Aufzucht der Koeniginnen begonnen.
Die Begattung der Jungkoeniginnen kann auf dem eigenen Stand erfolgen, dies vorwiegend im Fruehjahr, denn viele Begattungsstationen werden erst im Sommer betrieben.
Um Inzucht zu vermeiden muss der Imker jedoch jedes Jahr frisches Blut auf seinen Stand bringen.
Dies erfolgt durch den Zukauf neuer Koeniginnen, oder aber mindestens indem er seine eigenen Jungkoeniginnen auf einer Belegstation begatten laesst.
Der Zukauf von Koeniginnen ist eine Vertrauensfrage, empfehlenswert ist einen Imker zu waehlen, der Kriterien zur Zucht waehlt, die den Eigenen am besten entsprechen.
Eine echte Zuechtung von Koeniginnen, wo beide Geschlechter (Koenigin & Drohne) selektioniert werden, ist nur im Labor durch eine kuenstliche Befruchtung einer Koenigin moeglich und wird auch praktiziert.

Aufzucht Jungkoeniginnen

Die durch Ableger, Umlarvung oder in Wabenstreifen gewaehlten Eiern duerfen nicht aelter als 3 Tage sein. Diese werden nun in ein Bienenvolk, dem man mindestens 2-3 Stunden zuvor die Koenigin entnommen hat, eingehaengt. Die Bienen fuettern diese Eier und bauen aus Wachs eine sogenannte Weiselzelle, worin sich nun das Ei zur Made und spaeter zum Insekt entwickeln kann. Am 8. Tag verschliessen die Bienen die Weiselzelle. Am 10.-12. Tag nimmt der Imker die Weiselzellen aus dem Zieh-Volk heraus und setzt die alte Koenigin wieder bei.
Die entnommenen Weiselzellen werden jede einzeln unter Beigabe von 5-8 Arbeitsbienen in sogenannte Okulierglaeser eingehaengt.
Die Bienen haben Zugang zu Honigteig und Wasser.
Diese Okulierglaeser muessen nun ueber einem Volk bei einer Temperatur von etwa 36 Grad warm gehalten werden. Am 16. Tag schluepft die junge Koenigin und wird umgehend von den Bienen umsorgt und gefuettert.
Der Imker bereitet nun ein „Apidea“-Kaestchen vor, darin enthalten sind 3 Wabenstreifen sowie genuegend Futter in Form von Honigteig. Es werden ca. 120 gr. Bienen (ohne Drohnen) ins Kaestchen abgefuellt. Nach einer Wartezeit von ca. 2-3 Std. setzt der Imker eine Jungkoenigin in einem Zusetzerkaefig zu den Bienen im Kaestchen; und ab geht’s in eine 3-taegige Kellerhaft.
Nach der Kellerhaft entfernt der Imker den Zusetzerkaefig aus dem Kaestchen, die Koenigin ist nun zusammen mit den Bienen.
Das Kaestchen wird entweder auf einer Belegstation oder vor dem eigenen Bienenstand aufgestellt und das Ausflugsloch wird geoeffnet. Nach ca. 10 Tagen (Wetter bedingt, bis zu 30 Tagen) schaut der Imker nach, ob noch genuegend Futterteig vorhanden ist und kontrolliert die 3 kleinen Waben. Hat die Koenigin schon Eier in der Wabe abgelegt ist dies ein Zeichen, dass die Koenigin begattet wurde. Die Koenigin wird im Kaestchen gesucht, entnommen und kann nun mit einer Farbplakette auf Ihrem Ruecken gezeichnet werden.
Eine junge Koenigin steht nun bereit fuer Ihren Einsatz in einem Schwarm oder einem Volk.